So gesehen ...
Kommentare aus und über Japan
| 1. Straßenverkehr (H16.09.30) | |
| 2. Baustellen (H16.10.05) |
Gestern auf dem Weg zur Arbeit fuhr ein LKW (einer Express- und Brief-Bring-Firma) vor mir, an dem folgendes Schild angebracht war: "Achtung! Ich stoppe schon bei gelber Ampel!". Naja, eigentlich nichts ungewöhnliches - bei uns.
Aber nochmal zur Erinnerung: Gelb bedeutet, dass die Ampel gleich auf Rot schaltet und man besser schon mal anhält. Hier in Japan wird eine rote Ampel erst beachtet, wenn sie richtig, also schon eine Weile rot, ist. Da muss man nachfolgende Fahrer schon darauf hinweisen, dass man bei gelb hält, um nicht mit unnötig vielen Unfällen konfrontiert zu werden.
Auch dass die Ampel hinter der Kreuzung (also auf der anderen Seite) angebracht ist, scheint ein Ansporn, doch noch schnell drüber zu fahren, zu sein. Daher habe ich auch noch nicht wirklich den Zweck von Haltelinien erkannt, denn selbst schon fast hinter dem Fußgängerüberweg zu halten scheint keinen zu stören. Die Ampel kann man ja immer noch sehen!
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Doch auch der öffentliche Nah- und Fernverkehr hat so seine Tücken. Zum einen frage ich mich, warum es im Shinkansen (einem Fernreisezug) keinen Platz für große Taschen gibt. Schließlich verreist man nicht nur mit einer Handtasche und mal von den vielen Touristen ganz abgesehen.
Zum anderen gibt es eindeutig viel zu viele Sitzplätze. Da ich momentan in einem Vorort von Hiroshima wohne, muss ich öfters mal den Bus benutzen. Vorgestern erwischte ich nun einen volleren, indem schon ca. 7 oder 8 Leute standen und ich mit drei weiteren zustieg. Trotzdem konnte ich aber gleich nach dem Einsteigen einen Sitzplatz finden. Wie das? Dank der Zweier-Bänke, die größtenteils alle nur mit einem Japaner besetzt waren. Japaner stehen lieber (im Gang und somit im Weg) als sich neben jemanden anders zu setzen. Über die Hälfte der stehenden hätte auch sitzen können, Platz war genug. Naja, somit finde ich, sollten in Japan in den Bussen nur noch Einer-Plätze und mehr Raum zum Stehen sein, um mehr Leute reinzubekommen.
Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit fiel mir auf, dass die Straßenmarkierung auf einmal durch Hilfslinien ersetzt war und sonst sah der ganze Abschnitt generell ziemlich neu aus ... Bisher sind mir kaum Straßenbaustellen aufgefallen, was daran liegt, dass diese spät in der Nacht auf- und am Morgen wieder abgebaut werden. Der offensichtliche Vorteil ist natürlich, dass so die Straße tagsüber zur Hauptverkehrszeit frei ist. Ich bin aber auch beeindruckt, mit welcher Geschwindigkeit die ganze Sache von statten geht. Aus dem erneuerten Teil heute morgen zu schließen, wurden in der Nacht ca. 50 m geschafft: alte Straßendecke weg, neue drauf, Grundrisse für Fahrbahnmarkierung und das alles zweispurig mit breitem Rand.
Nur einmal bin ich nachts in so eine Straßenbaustelle gekommen (bin ja sonst nicht so spät unterwegs) und da waren sie wieder, die Baustellenwinker! Anstelle von Ampeln ist dieser Berufszweig in Japan weit verbreitet. Natürlich ist es fragwürdig, ob zwei Hanseln mit Leuchtstab, die sich im Dunkel auf 100 m kaum sehen können, den vorbeifahrenden Verkehr ordentlich regeln können. Bei meinem Zusammentreffen war noch reger Verkehr und es hat sich bis auf mind. 200 m zurück gestaut, v.a. auch weil die Winker nach Gutdünken abwechselnd die eine oder andere Richtung durchgewinkt haben.
Generell gehören die Baustellenwinker zur Grundausstattung einer solchen. Selbst auf Baustellen an Fußwegen oder wo kaum einer vorbei kommt, gibt es einen netten Menschen mit Leuchtstab und -weste, der um die Baustelle herumführt. Die japanische Version der ABM?
