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Zazen

1. Anleitung 2. Erlebnisbericht  

Sitzmeditation, so wie ich sie erlebte, wird von buddhistischen Priestern täglich ausgeübt. Sie soll helfen, den Glauben auszuüben. Meist dauert dies nicht mehr als ein oder zwei Stunden. Allerdings wird einmal im Jahr eine Woche lang meditiert, wobei dies nur durch Essen und andere Bedürfnisse unterbrochen wird. Auf Anfrage erklärten die Priester, dass sie durchaus ein oder zwei Stunden lang Sitzmeditation aushalten, eine ganze Woche jedoch auch für sie anstrengend wird. Hier nun eine kurze Anleitung:

1. Gasshô: Die Handflächen und Finger beider Hände werden aneinander gelegt. Gasshô ist ein Ausdruck des Respekts, des Vertrauens und der Ergebenheit. Durch das Aneinanderlegen der beiden Hände (Dualität) wird das "geistige Einssein" ausgedrückt.
2. Shashu: Der Daumen der linken Hand wird nun in die Mitte der Handfläche gelegt und die Faust darum geschlossen. Danach setzt man die Faust vor die Brust. Hier wird sie nun mit der rechten Hand umschlossen, wobei die Ellenbogen nicht an den Körper angelegt werden und mit den Unterarmen zusammen eine gerade Linie bilden.
3. Rin´i-monjin: An seinem Platz verbeugt sich in Gasshô-Haltung vor dem zafu, dem Sitzkissen und dreht sich anschließend im Uhrzeigersinn.
4. Taiza-monjin: Nun verbeugt man sich in Gasshô-Haltung in entgegengesetzter Richtung.
5. Kekka-fuza: Der linke Fuß wird auf den rechten Oberschenkel und der rechte Fuß auf den linken gelegt. oder
6. Hanka-fuza: Nur der linke Fuß wird auf den rechten Schenkel gelegt.
7. Die Haltung: Man sitzt aufrecht, und lehnt sich weder nach links oder recht noch nach vorn oder nach hinten.
8. Hokkai-jôin: Die rechte Hand wird mit der Handfläche nach oben auf den linken Fuß gelegt und die linke Hand anschließend ebenfalls mit der Handfläche nach oben in die rechte. Die Fingerspitzen der Daumen sollten sich dabei leicht berühren.
9. Die Augen: Die Augen bleiben leicht geöffnet. Man senkt den Blick in einem Winkel von ca. 45° nach unten. Ohne dabei auf etwas bestimmtes zu schauen, lässt man alles seinen Platz in seinem Blickfeld sein. Wenn man seine Augen schließt gleitet man schnell in Tagträumerei und einen Dämmerzustand ab.
10. Kanki-issoku: (Komplett ausatmen und tief Luft holen). Still tief aus- und einatmen. Der Mund wird leicht geöffnet und langsam und sanft ausgeatmet. Um alle Luft aus den Lungen auszustoßen wird aus dem Unterleib heraus ausgeatmet. Dann wird der Mund wieder geschlossen und natürlich durch die Nase eingeatmet.
11. Der Mund: Der Mund wird geschlossen gelassen und die Zunge gegen die Oberseite des Mundes gedrückt, ohne dabei Luft zu lassen.
12. Sayû-Yôshin: Die Basis des Rückrats wird auf der Mitte des zafu positioniert. Nun wiegt man sich von der einen Seite zur anderen und verringert dabei den Winkel so lange bis man in der Mitte zu Halten kommt und unbeweglich verharrt.
  13. Kakusoku (Bewusstsein): Man soll sich nicht auf ein bestimmtes Objekt konzentrieren oder seine Gedanken kontrollieren. Wenn man in richtiger Haltung verharrt und das Atmen reduziert, wird der Geist ganz natürlich ebenso ruhig. Wenn verschiedene Gedanken im Geist auftauchen, darf man sich nicht von ihnen einfangen lassen oder mit ihnen kämpfen, auch darf man sie nicht verfolgen oder versuchen, vor ihnen zu fliehen. Man lässt sie einfach ziehen und erlaubt ihnen aufzutauchen und frei wieder zu verschwinden. Das Wichtigste während der Ausübung von Zazen ist aus Zerstreutheit oder Trägheit zu erwachen und Moment für Moment in die richtige Haltung zurückzukehren.
   
  14. Die Glocke: Die Glocke erklingt, um Beginn und Ende des Zazen anzuzeigen. Am Beginn des Zazen wird die Glocke dreimal geläutet (shijôshô). Zu Beginn des kinhin ertönt sie zweimal (kinhinshô). Am Ende des kinjin und auch des Zazen wird die Glocke einmal geläutet (chukashô/ hozenshô).
   
15. Kyosaku: Signal mit Gasshô. Wenn der jikidô das kyosaku auf die Schulter legt, verbeugt man sich. Man lehnt den Kopf nach links und behält die Gasshô-Haltung bei, während man geschlagen wird. Nachdem der jikidô die Schulter getroffen hat, richtet man den Kopf wieder auf und verbeugt sich. Der jikidô, der hinter der Person steht, verbeugt sich ebenfalls mit dem Stock in beiden Händen.
   
  16. Kinhin: Die Hände werden in Shashu-Haltung gehalten. Für jeden Atemzug wird ein halber Schritt getan.
   
  17. Beenden des Zazen: Wenn man Zazen beendet, verbeugt man sich Gasshô-Haltung, legt die Handflächen auf die Schenkel und wiegt seinen Körper ein paar Mal. Zuerst ein bisschen und dann mehr. Man holt tief Luft. Die Beine werden wieder entspannt. Man sollte sich langsam bewegen, besonders dann, wenn die Beine "eingeschlafen" sind. Auch darf man nicht abrupt aufstehen. Man bringt sein zafu wieder in Form, verlässt seinen Platz und geht durch den Eingang durch den man gekommen ist.

Erlebnisbericht

Mein erster Versuch im Zazen fand in einem ziemlich heißen Sommer statt. Der kleine Raum, in dem wir uns niederließen war weit geöffnet und von Bäumen umgeben, so dass ein angenehmes Windchen wehte. Der Priester gab uns die Anweisungen auf Englisch. Mit seiner ruhigen Stimme trug er viel zu der entspannten Atmosphäre dieser Meditation bei. Schließlich läutete die Glocke und die Meditation begann. Dazusitzen und sich auf nichts zu konzentrieren stellt schon eine Herausforderung dar, denn sehr schnell bleibt ein Gedanke hängen oder man wird abgelenkt. In einem gewissen Maße konnte ich mich schon der Vorgabe nähern, allerdings fällt dies schwerer, je mehr die Beine und Füße einschlafen (so ging es allen). So konnte ich die ersten zehn Minuten "effektiv" nutzen, während ich im zweiten Teil mit meinen Beinen leicht zu kämpfen. Schließlich läutete die Glocke wieder und die Zeit war um. Nun begann der nächste "Kampf": Aufstehen, woran einige doch leicht scheiterten.

 

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