Eine runde Sache: Perlen
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Das Geheimnis der Perlenzucht
Am Anfang des 19. Jh. machten Kokichi Mikimoto (ein ehem. Nudelverkäufer)
und Tatsuhei Mise (ein Biologe) unabhängig voneinander eine Entdeckung:
Sie lösten als erste das Rätsel der Perlenauster und entdeckten
wie Perlmutt sich im Inneren einer Auster um einen Fremdkörper
bildet und vollständig umschließt.
Das Geheimnis der Perlbildung war der Mantel, die fleischige Haut
an der Innenseite der Muschel. Das Perlmutt der Perle entsteht durch
Stückchen Mantelgewebe, das mit einem Kern in eine lebende Auster
eingesetzt wird.
Die Perlenzucht:
1. Eine Spenderauster wird geopfert, um ihren Mantel zu gewinnen. Man schneidet den oberen Teil heraus und trennt dann vorsichtig den schwarzen Rand ab. Der übrig gebliebene helle graubeigefarbene Streifen wird in winzige Partikel geteilt.
2. Eine neue Auster wird vorsichtig geöffnet und der Kern/ Nukleus, ein Stück aus der amerikanischen Pigtoe-Muschel-Schale, wird in einer Tasche im Innerem der Muschel deponiert und ein Stück Mantel daneben gelegt.
3. Danach wird die Muschel wieder ins Wasser gelegt.
4. Das eingelegte Stück Mantel wächst und umschließt den Kern, bildet einen Perlensack, der nun feine Schichten Perlmutt auf dem Kern ablagert. Die Perle entsteht.
In der Ago-Bucht: Durch Landzungen der Halbinsel Ise, südwestlich
von Tokyo und nordöstlich von Osaka, wird diese Bucht als winziger
geschützter Teil des Pazifiks gebildet. Hier entstanden erste
Perlenfarm nach der Idee von Mikimoto, die Vorbild für die Perlenzucht
bis heute ist. Die Bucht ist voll mit Farmen für die Perlenzucht.
Die meisten Zuchtperlen kommen aus Japan, viele davon aus der Ago-Bucht.
Heute hat sich die Ago-Bucht zur Touristenattraktion entwickelt. Es
gibt dort viele Hotels, Golfplätze und Yachthäfen. Daher
zogen die Perlenfarmer nach Kyushu. Dort fanden sie an der Südspitze
Kyushus in der oft in dunstiggrauen Nebel gehüllten Insel Amakusa
einen neuen Standort.
Ein weiterer Standort ist der Kasumi-ga-ura- See nordöstlich
von Tokyo.
Ein interessanter Fakt: Alle ca. eine Million Austern einer solchen
Perlenfarm stammen oft von ca. 50 Elternpaaren ab.
Perlmuscheln
Der Großteil der japanischen Muscheln ist ein Produkt der Pinctada
Fucata, der Akoya–Perlenauster.
Akoya-Austern verlangen absolut reines Wasser, vertragen weder Verschmutzungen
noch zuwenig Sauerstoff oder viel Schlamm von Berghängen oder
Flüssen, brauchen aber eine gewisse menge Süßwasser.
Das Erzeugen von Perlen ist eigentlich ganz leicht: Auster holen,
öffnen, den Kern einpflanzen, schließen, abwarten und...
fertig. Jedoch ist die Muschel ein Lebewesen des Meeres. Sie hat Feinde
und kann Krankheiten bekommen. Stürme passieren oder die Muschel
stößt den Kern ab. Aber die Japaner sind trotz dessen (oder
gerade deswegen?) sehr hervorragend bei dieser Präzisionsarbeit.
AKOYA – Klassiker mit betörendem Glanz.
Akoya, die klassische unter den Zuchtperlen. Ein Reigen zauberhafter
Schöpfungen, mehrheitlich rund bis oval, in Grössen von
2 bis 10 mm. Gezüchtet im Südwesten Japans oder in China.
Sie begeistern das Auge mit einem Farbenspiel von hellem Weißrose
über Zartcreme bis Silberblau.
KASUMIGA – Kostbarkeiten aus dem Kasumiga-ura-See.
Ein See nordöstlich von Tokyo und eine faszinierende neue Perlenart,
die Kasumiga, entstanden im sensiblen Zusammenspiel zwischen Mensch
und Natur. Sie wird mit rundem und flachem Kern gezüchtet. Ihre
Muschel ist eine Kreuzung aus der japanischen und chinesischen Süßwasser-Perlenmuschel.
Sie beschenkt uns mit irisierenden Schönheiten in Farben von
Zartrose bis zu einem dunklen Pink.
KESHI – Bizarre Laune der Natur.
Kernlose Keshi-Zuchtperlen sind spontane Launen der Natur, die bei
der Zucht von Akoya- oder Südsee-Perlen zufällig entstehen.
Reizvolle unregelmäßige Formen beleben das Spiel um Aufmerksamkeit.
Schmuckdesign, von der Natur eigenwillig und kunstvoll komponiert,
von Silberweiß bis zu einem dunklen Anthrazit.
Quelle:
- Schoeffel Pearl Culture/ Agentur Leonhard & Kern: Hommage an die Perle
- Schoeffel Pearl Culture/ Dumont: Perlen. Von den Mythen zur modernen
Perlenzucht

