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(c) Suhrkamp Verlag

Murakami Haruki

"Ich schreibe spontan. Ich denke an nichts, wenn ich schreibe, ich weiß von nichts, wenn ich schreibe."

1. Leben 3. Stil
2. Werke 4. Zitiert

 

Leben:  

Murakami wurde am 12.01.1949 in Kyoto geboren und wuchs erst in Hyogo und dann in Kobe auf. Beide Eltern waren Lehrer für japanische Literatur, jedoch interessierte sich der junge Murakami kaum dafür, sondern eher für die amerikanische Kultur. Nach dem College studierte er klassisches Drama und Film an der Waseda University und zeigte nebenbei Interesse am Theater-Museum der Waseda University. Als Student unterstützte er die Friedensbewegung in Japan (Vietnamkrieg), war aber kein Rebell. 1970 heiratete er Takahashi Yoko, mit der er eine kinderlose Ehe führt. Nach der Beendigung seines Studium 1974 eröffnete er eine Jazzbar in Tokyo, die er bis 1981 führte. Gesellschaftlich war esr damit ein Außenseiter, weil er keiner Firma zugehörig war. 1978 begann er seine Schriftstellerkarriere.

(c) Sächsische Zeitung
1979 erschien sein erster Roman "Hör den Wind singen", für den er "Gunzo Shin New Writer Award" erhielt. Für "Wilde Schafsjagd" erhält er 1982 den "Noma Literary Award for New Writers". Danach setzte ein Lebenswandel ein: Er hörte auf zu rauchen, wurde Vegetarier und begann Marathonläufe. Aufgrund seiner Liebe zum Reisen begann er ein Leben außerhalb Japans. 1986- 89 lebte er auf einer griechischen Insel, dann in Rom und Athen, später reiste er oft in die USA. Trotz dieser Ferne schrieb er für und über die japanische Gesellschaft, mit geistiger Nähe aber national untypischem Stil. Ab 1990 unterrichtete er für 4 Jahre an der Princetown University und führte Recherchen zum Krieg zwischen Japan und der SU in der Mandschurei 1939 sowie zur Nachkriegsgeschichte in Japan und China durch. Ab 1994 lebte er in Cambridge, Masachusetts. Nach der Veröffentlichung seines Buches "The wind-up bird chronicle" 1994 reiste er in die Mongolei und die Mandschurei und kehrte danach 1995 nach Japan zurück. 1997 veröffentlichte er sein erstes nichtfiktionales Buch "Underground", das auf Interviews mit den Opfern der Giftgasanschlages auf die U-Bahn in Tokyo beruhte.

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Werke:

Über 12 Millionen Mal wurden seine Bücher, die in 14 Sprachen übersetzt wurden, in Japan gedruckt.

  • 1979 "Hör den Wind singen"
  • 1980 "Pinball, 1973"
  • 1982 "Wilde Schafsjagd" *
  • 1985 "Ausgekochtes Schlitzohr und das Ende der Welt" *
  • 1982- 86 Kurzgeschichten: u.a. "Ein Elephant verschwindet", "Wie ich eines schönen Morgens im April das 100% Mädchen sah"
  • 1987 "Norwegian Wood"
  • 1988 "Dance Dance Dance" *
  • 1994 "The wind-up bird chronicle"
  • 1995 "Kokkyo no minami, taiyo no nishi" (="South of the border, west of the sun")
  • 1997 "Underground"

    * Der Protagonist ist jeweils die selbe Person; die Trilogie der Ratte.

Weiterhin übersetzte er ca. 35 englischsprachige Werke ins Japanische, z.B. Truman Capote, John Irving.

Stil:

Die Schriftsteller seiner Jugend waren u.a. Mishima und Oe Kenzaburo, die jedoch keinen bedeutenden Einfluss auf sein späteres Schaffen hatten. Vielmehr wurde er dagegen von amerikanischen Schriftstellern wie S. Fitzgerald, T. Capote oder R. Chandler beeinflusst.

Meist sind seine Protagonisten durchschnittliche Antihelden, die in der japanischen Gesellschaft Außenseiter sind, da sie keiner Firma angehörig sind. Jedoch sind sie keine Rebellen (-> Leben). Ungewöhnliche Ereignisse erhalten den Anschein des Alltäglichen, z.B. dass eine Freundin Selbstmord begeht, ein Freund zum Schaf wird oder der Lieblingselefant sich in Luft auflöst. Murakami arbeitet mit Melancholie, nicht mit Ironie. Er stellt das Scheitern menschlicher Beziehungen dar.

In einigen Büchern ähneln sich die erzählenden Personen bzw. sind die selben. Handlungsort ist oft die Großstadt, häufig Tokyo, und auch Barräume.

Bei japanischen Kritikern und der älteren Generation ist er eher unbeliebt, weil sein Schreibstil nicht traditionell und national sondern amerikanisch orientiert ist.

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Zitiert:

"Ich mag es zu schreiben, denn ich weiß nie, was passiert, wenn ich um die nächste Ecke gehe. Man weiß nie, was einen dort erwartet."

"Es hat eine sehr lange Zeit gedauert, bis ich meinen ersten Roman in Japanisch schreiben konnte. (...) Ich musste mir eine neue japanische Sprache für meine Romane erschaffen."

"Anfangs wollte ich ein internationaler Schriftsteller werden. Doch dann änderte ich meine Meinung, denn ich bin nun einmal nicht mehr als ein japanischer Romanautor: Ich wurde in Japan geboren und ich spreche Japanisch und ich schreibe Japanisch. So musste ich also meine Identität als japanischer Schriftsteller finden. Das war hart."

"Manchmal reizt mich ein Buch, dass ich es unbedingt des japanischen Lesern eröffnen will. Das ist ein Grund. Ein anderer Grund ist, dass ich etwas aus diesem Buch lernen möchte und die Übersetzung ist dafür der geeignetste Weg. Man liest jedes Detail, jede Seite, jedes Wort. Man lernt soviel, es ist mein Lehrer."

"... Und dass etwas in einem zurückbleibt, wenn man die Buchdeckel zusammengeklappt hat, etwas, das dunkel und hell zugleich ist." (U. Materni, Sächsische Zeitung)

"Kimonos, Kirschblüten und Teezeremonie? Nichts dergleichen. Murakami Haruki stellt in seinem handlungsreichen Detektivroman ein anderes Japan vor, das moderne Japan der Gegenwart, phantastisch, absurd und real zugleich." (Umschlagtext der dt. Ausgabe von "Wilde Schafsjagd", Suhrkamp)

Quellen:

  • Vorlesungsmitschrift ("Die jap. Literatur ab 1945" Dr. P. Buchholz, K. Bongard) Murakami Haruki
  • Murakami H.: Wilde Schafsjagd, Suhrkamp 1997
  • U. Materni: Immer diese ach so fernen Schönen, Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, 03.03.2001
  • Japanmagazin, Verlag Dieter Born, Ausgabe vom 14.8.2001 (Heft 8)

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