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Was Japaner in Deutschland toll finden

1. Romantische Straße  

Aus einer japanischen Tageszeitung:

Romantische Strasse in Deutschland: 350 km langsam genießen

Die Romantische Strasse in Deutschland zeigt den Charme des Mittelalters. Oft wird die 350 km lange, 30 beieinander gelegene Orte verbindende, Route an einem Tag entlang gefahren und es werden nur die Highlights angeschaut.
Solch eine effiziente Reise ist auch gut, aber ein paar Touristen haben eine langsame Tour gemacht und auf ihrem Weg mal in den kleinen Städten, an denen sonst vorbeigefahren wird, angehalten.

Die Schätze der kleinen Städte kennen lernen

Die großen Städte in Reihenfolge von Nord nach Süd sind Rothenburg mit seinen aus dem Mittelalter fast in Perfektion bewahrten Straßen; das von einer runden Stadtmauer umschlossene Nördlingen; Augsburg, die größte Stadt der Romantischen Straße; und schließlich der Endpunkt der Straße, Füssen, das den Augapfel des Tourismus, Schloss Neuschwanstein, umschließt.

Der nördliche Ausgangspunkt der Straße, Würzburg, wird dabei von den eilenden Touristen oft übersehen. In dieser Stadt befinden sich der ins Weltkulturerbe aufgenommene Residenzpalast und die Festung Marienberg mit ihrer 800-jährigen Geschichte. Auch in den kleinen Städten gibt es jeweils historische Schätze.

Der Schatz von Weikersheim ist Schloss Weikersheim. Die fast 500 m² große „Ritterhalle“, in der es keinen einzigen Pfeiler gibt, gilt als schönster Saal Europas. Es überrascht, dass es vor 400 Jahren als diese fertiggestellt wurde, solch eine fortschrittliche Bautechnik gab. Der örtliche Führer ist selbst ganz stolz darauf. Auch an Krecklingen, wo es eigentlich nichts besonderes zu sehen gibt, wurde nicht einfach vorbeigefahren. Denn außerhalb der Stadt, in den Bergen, befindet sich in einer Herrgottskapelle ein Meisterwerk des genialen Bildhauers Riemenschneider aus der deutschen Renaissance-Zeit, „Die Himmelfahrt der heiligen Mutter Maria“.
In Dinkelsbühl besuchten sie das Kinderfest. Beim größten Fest der Stadt verkleiden sich die Anwohner als mittelalterliche Soldaten und Bürger und lassen die Geschichte aus jener Zeit wieder aufleben. Junge Männer, mit Bart und Ohrringen, und Frauen in Kostümen aus dem Mittelalter zeigten auf einem großen Platz vor den versammelten Zuschauern Tänze.
Die mittelalterlichen Städte mit ihren rot bedachten Häuserreihen und alten Kirchen faszinieren das Auge, aber wenn man ohne Eile auch die kleinen Städte anschaut, erfährt man etwas über die Geschichte und kann die Anwohner, die sich große Mühe geben, sehen.

In jeder Stadt gibt es ein sauberes Hotel, aber seit einiger Zeit ist es beliebt, Urlaub auf einem Bauernhof zu machen. In Krecklingen wurde daher die Pension, die Familie Schmidt auf ihrem Bauernhof betreibt, besucht. Im Gebäude gibt es zwei 50 m² große Zimmer, in denen zwei Familien Platz finden. Von hier aus kann man gut die Romantische Straße mit dem Auto entlang fahren und die Städte zu Fuß besichtigen. Auch die Erlebnisse auf dem Bauernhof, wie Brotbacken und Kühe füttern, werden im Programm mit eingeplant.

(Chuho Shimbun, September 2004)

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